Der Schiedsrichterassistent: Mehr als nur eine Unterstützung

Ab der Landesliga bekommt ein Schiedsrichter im Verband Westfalen Unterstützung von zwei Schiedsrichterassistenten (SRA), die bei der Leitung des Spiels helfen. Unser Lehrwart und Oberliga-Assistent Thomas Endberg erklärt, welche Attribute ein SRA mitbringen muss und was das Erfolgsrezept für eine gelungene Spielleitung im Team ist.

Dabei kommen dem Assistenten vielseitige Aufgaben zu, um den Schiedsrichter auf dem Feld in seiner Spielleitung zu unterstützen. Hauptaufgabe ist dabei die Beurteilung strafbarer Abseitspositionen. Zudem hilft er dem Schiedsrichter im Bereich der Seitenlinie zu entscheiden, ob ein Foulspiel vorgelegen hat, ob der Ball im Aus war und in welche „Richtung“ die anschließende Spielfortsetzung, wie Einwurf, Eckstoß oder Abstoß, erfolgt. Außerdem hält ein SRA den Rücken des Referees frei, indem er das Geschehen abseits des Blickfeldes des Unparteiischen beobachtet und bewertet. Vor allem bei versteckten Tätlichkeiten kann der Assistent eine entscheidende Rolle spielen. In allen Spielen, in denen es keinen Vierten Offiziellen gibt, nimmt der erste SRA, der auf der Seite der Trainerbänke steht, zudem die Auswechslungen vor und kontrolliert das Verhalten der Trainer, Mannschaftsverantwortlichen und Spieler auf den Bänken.

“Ein Assistent muss teamfähig sein, die Konzentration über einen längeren Zeitraum hochhalten können und resistent gegen Stress sein, um erfolgreich zu sein”, erklärte Endberg. “Wichtig ist jedoch auch das Vertrauensverhältnis zwischen dem Schiedsrichter und seinem Team, denn sie müssen sich blind aufeinander verlassen können.” Das sei vor allem dann wichtig, wenn der Schiedsrichter die Situation selbst nicht sehen konnte und sich nun vollkommen auf die Beurteilung des Assistenten verlassen muss. Daher ist es auch besonders wichtig, dass sich das Schiedsrichter-Team mit der Zeit einspielt und jeder genau weiß, was der Andere von einem erwartet. Es gibt jedoch auch andere Dinge, die es besonders machen, Spiele zu dritt zu leiten.

Gerade für junge, talentierte Schiedsrichter sind die ersten Einsätze an der Seitenlinie meist eine Bewährungsprobe. Da Assistenten nur in höheren Ligen zum Einsatz kommen, erleben die jungen Referees erstmals wie es ist, eine Partie mit einem deutlich höheren Niveau als sie sonst gewohnt sind zu leiten. Sie lernen das Spiel zudem aus einer völlig neuen Perspektive kennen, wodurch sie auch etwas für ihre persönlichen Spielleitungen lernen. Zudem bietet es eine gute Chance, einen anderen Schiedsrichter bei einer Spielleitung zu beobachten. Positive Aspekte einer Spielleitung können so als Vorbild für die eigenen Einsätze als Schiedsrichter übernommen werden.

Erfahrene SRA helfen vor allem Neulingen in einer Spielklasse oder Schiedsrichtern, die unter Beobachtung stehen, um sich für die nächsthöhere Liga zu qualifizieren. Sie haben die Fähigkeit, besondere Situationen, wie beispielsweise Rudelbildungen, frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Es gibt für sie kaum Spielsituationen, die sie in der Vergangenheit nicht schon erlebt haben und wissen daher meist, wie sie mit diesen umgehen müssen.

“Aufgrund der großen Kameradschaft macht es viel mehr Spaß im Team herauszufahren, weil man dann nicht alleine anreisen muss”, fügte Endberg hinzu. “Es ist auch viel entspannter, die Entscheidungen mit kompetenten Kollegen gemeinsam zu treffen.” Die Entscheidungen, die ein Schiedsrichter-Team trifft, würden sich zudem nach außen viel besser verkaufen lassen, als wenn ein Referee allein auf dem Platz stünde. “Das Bier nach dem Abpfiff schmeckt zudem zu Dritt viel besser.”

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