Erste Videokonferenz des KJA mit Vereinen

Unter dem Motto „Let´s talk about Football” hatte der Kreisjugendausschuss die Jugendabteilungen der Herner und Castrop-Rauxeler Vereine zu einer Videokonferenz eingeladen.

Das Interesse bei den Vereinsvertretern war sehr groß. Knapp 30 Teilnehmer aus 12 Vereinen und von den Sportredaktionen der Herner und Castroper Lokalpresse konnten der VKJA Bernd Götte und der KO-Spielbetrieb Denis Wessel zur ersten Videokonferenz begrüßen.

Das die Pandemie und die teilweise doch nicht ganz verständlichen Einschränkungen durch die Politik, die zudem oft Wasser predigt und selbst Wein trinkt, mit zum Themenbereich gehörte, war verständlich und zu erwarten. Alle sind genervt und sehnen sich die Rückkehr der Jugendlichen in die Vereine zurück.

Eine Umfrage unter den Teilnehmern ergab, dass man zum Glück keinen starken Mitgliederverlust hinnehmen musste. Was aber derzeit keiner wissen kann ist, ob, wenn es wieder losgehen kann, auch alle Spielerinnen und Spieler zurückkehren werden.

Eine Aussage darüber, ob und wann es wieder losgehen wird, konnte der KJA natürlich auch nicht treffen. Vom Verband vorgegeben ist die Devise, dass man versuchen will, mindestens 50% der regulären Saisonspiele noch auszutragen. Dann wäre nach den Satzungsbestimmungen eine Wertung der Saison möglich.

Natürlich wird bei einem Restart zunächst eine gewisse Vorbereitungszeit eingeräumt werden. Hier sind verbandsseitig 2-3 Wochen geplant. Im Kreis Herne stehen, aufgrund relativ kleiner Ligen teilweise nur noch 3 bis 7 Spieltage aus, um die 50% zu erreichen. Dies bedeutet, dass man die Qualifikationsrunden bei den B– und D-Junioren abschließen möchte. Je nach dann noch vorhandenen Spieltagen, könnten entweder die Gruppensieger den Aufstiegsspieleteilnehmer ermitteln, oder dieser wird mit Halbfinale und Finale durch die beiden Gruppenersten ermittelt. Hierzu wird erst eine Entscheidung getroffen, wenn der Termin für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs feststeht.

Allerdings wurde die Wiederaufnahme des Spielbetriebs von den Teilnehmern sehr kritisch gesehen. Hierzu wurden eine Reihe von Gründen angeführt.

Da kurzfristig nicht mit einer Freigabe des Trainingsbetriebes für die Mannschaftssportarten gerechnet wird, und wahrscheinlich zu Beginn erst einmal nur mit Distanztraining, bräuchte man nach dann 6-monatiger Zwangspause eine längere Vorbereitungszeit. Die angekündigten 2-3 Wochen würden hierfür nicht ausreichen. Eher würde man mindestens 6 Wochen benötigen, um die Spieler wieder auf einen annähernd guten Fitnesszustand zu bringen. Deshalb würde man eher für eine komplette Annullierung der Saison plädieren. Dies ist natürlich keine Entscheidung, die der KJA-Herne alleine treffen könnte. Selbst wenn die Mehrheit der Vereine im Kreis für einen Saisonabbruch stimmen würden, kann der KJA die Saison nicht abbrechen. Vereine, die mit ihren Mannschaften den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen könnten, hätten die Möglichkeit, dagegen rechtlich vorzugehen.

Weiterhin befürchtet man auch, dass Spieler, besonders in den höheren Altersklassen, zunächst wegbleiben. Dadurch, dass die Schulen auch schon für eine längere Zeit geschlossen sind und der Distanzunterricht nicht den Präsenzunterricht ersetzen kann, befürchtet man, dass zuerst darauf Wert gelegt wird, dass der fehlende Unterrichtsstoff zunächst nachgeholt wird.

Weiterhin befürchtet man bei den überkreislich spielenden Mannschaften einen Wettbewerbsvorteil, gegenüber in DFB- und WDFV-Ligen spielenden Mannschaften. Hier wären Mannschaften, besonders in NLZ im Vorteil. Auch wäre wohl bekannt, dass es in den Kommunen im Land NRW unterschiedliche Regelungen gäbe. Teilweise wäre das Mannschaftstraining zugelassen. Selbst im Kreis Herne soll es einen Fall geben, wo ein Verein angekündigt hat, mit seiner Seniorenmannschaft ab Montag, 1. März 2021, wieder das Training aufzunehmen. Angeblich wäre dies mit der Stadt Castrop-Rauxel so abgesprochen. Dies ruft natürlich Unverständnis hervor, zumal der FLVW noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass die Corona-Bestimmungen des Landes NRW nicht so ausgelegt werden könnten.

Da derzeit nicht verbindlich ein Termin für die Fortsetzung des Spielbetriebs genannt werden kann, bleibt nur abzuwarten, was von der Politik in den nächsten Wochen beschlossen wird. Der KJA wird die Vereine jedenfalls rechtzeitig informieren.

Ein weiteres Thema waren die neuen Spielformen im Kinderfußball. Hier hat natürlich die Corona-Pandemie das weitere Vorgehen ausgebremst. So war geplant im Kreis Herne eine Pilotveranstaltung durchzuführen, um den Vereinen und besonders den betreffenden Trainern, die neuen Spielformen näher zu bringen. Dies soll, sobald dies möglich sein wird, nachgeholt werden. Verbandsseitig ist vorgesehen, dass in der Saison 2021/22 in allen Kreisen bis zu drei Spielfeste mit den neuen Spielformen durchgeführt werden sollen. Mit Beginn der Saison 2022/23 soll dann offiziell mit dem Spielbetrieb begonnen werden. Entgegen der vom DFB herausgegebenen Version, wird in Westfalen nicht auf 4, sondern nur auf 2 Minitoren gespielt. Auch die Torschusszone kommt in Westfalen nicht zum Tragen. Festgelegt wurde auch, dass man nur die Version 3 gegen 3 (bei den F- und G-Junioren) in Westfalen einführen wird. Da dann auf mehreren Kleinfeldern gespielt werden soll, werden natürlich auf den Plätzen vermehrt die kleinen Tore benötigt. Teilweise sind bei vielen Vereinen schon Tore vorhanden. Da diese teilweise unterschiedliche Größen haben, hat man für die Tore Mindest- und Höchstmaße festgelegt. Zudem ist der Verband mit einer Firma und Sponsoren in Gesprächen, um den Vereinen gegebenenfalls erschwingliche Tore anbieten zu können.

Es besteht immer noch Skepsis gegen die neuen Spielformen, Einer der Teilnehmer konnte von ersten positiven Erfahrungen mit den neuen Spielformen berichten. Am Ende der Diskussion war man sich einig, dass es am besten wäre, das Thema nicht nur in der Theorie zu behandeln, sondern einmal eine praktische Vorstellung zu bekommen. Dies ist dann auch geplant und soll, so bald als möglich, stattfinden.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung waren die Anliegen aus den Vereinen. Hier kam zunächst der Hinweis auf unterschiedliche Regelungen, in Bezug auf die Hygienekonzepte, bei den einzelnen Vereinen. Den Wunsch nach einer einheitlichen Hygienevorschrift für alle Vereine kann der KJA nicht nachkommen. Dafür sind, bedingt durch zwei Kommunen mit gegebenenfalls anderen Anforderungen an die Hygienemaßnahmen, zu große Unterschiede. Bemängelt wurde allerdings auch, dass einige Vereine Informationen, die vor einem Spiel an die jeweiligen Gegner verschickt wurden, nicht bei den Trainern angekommen sind. Dies führte dann zu Missstimmungen bereits vor dem Spiel. Der KJA will, vor dem Wiederbeginn, die Vereine noch einmal darauf hinweisen, die Informationen entsprechend weiterzuleiten.

Derzeit wissen die Vereine natürlich nicht, wie die Anzahl ihrer Spieler für die einzelnem Altersklassen Aussehen wird. Durch den Lockdown gab es natürlich auch keine Neuanmeldungen. Der KJA wird hier Möglichkeiten finden, dass auch Mannschaften mit verringerter Spielerzahl am Spielbetrieb der Saison 2021/22 teilnehmen können. Dies soll dann auch in den unteren Altersklassen möglich sein.

Zum Schluss wurde noch auf Schulungsmöglichkeiten hingewiesen, die ebenfalls im Online-Betrieb stattfinden könnten. Im November 2021 will man, wenn möglich, auch mal wieder eine Kurzschulung als Präsenzveranstaltung durchführen.

Die Stimmungen der Vereinsvertreter wird der KJA natürlich auch an den Verband weiterleiten. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass der Verband derzeit ebenfalls Sprechstunden mit den Vereinen durchführt. Hier kann sich jeder Verein anmelden. Dort ist auch immer mindestens ein Jugendvertreter anwesend, der zu Themen der Jugend Stellung nehmen kann.

Geplant hatte der KJA diese Zusammenkunft über die Länge eines Spiels über 90 Minuten, gegebenenfalls auch noch mit einer Verlängerung. Erst nach 11m-Schießen, also nach 2 Stunden und 15 Minuten wurde die erste Videokonferenz beendet. Der Wunsch aller Teilnehmer war, diese Konferenzen doch in Zukunft häufiger anzubieten. Dieser Bitte wird der KJA nachkommen.

Ein Dank gilt noch einmal allen Teilnehmern mit ihren sachlich fundierten Beiträgen.